Anzeigen

Banner

Anzeigen

Veranstaltungen

Home Der Bodensee Menschen am See Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff

PDF Drucken E-Mail

Das Leben der Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff (dies ist die nicht ganz korrekte Schreibweise ihres Nachnamens, die sich jedoch eingebürgert hat) stammte aus dem altwestfälischen, katholischen Adel. Das Geburtsdatum der Schriftstellerin ist heute umstritten, weil im Taufregister der Pfarrkirche in Roxel das Geburtsdatum mindestens einmal berichtigt wurde und daher unleserlich geworden ist. Ein Abdruck des Taufregisters findet sich in dem Buch Gödden, Walter (Hrsg.): Tag für Tag im Leben der Annette von Droste-Hülshoff, Daten Texte, Dokumente, Paderborn 1996. Ebenso herrscht Unklarheit bei ihren Vornamen. Im Taufregister steht „Ludovica“ und dies wird auch bei Genealogen angegeben, die Biographien (auch die erwähnte) geben statt Ludovica jedoch Louise Maria an.

Annette von Droste-Hülshoff führte ein zurückgezogenes, sogar eingeengtes Leben. In ihrer Kindheit und Jugend kränklich, bedingt durch ihre Frühgeburt, wurde sie in den Jahren 1812 bis 1819 von Professor Anton Matthias Sprickmann unterrichtet und gefördert. Nach dem Tod ihres Vaters 1826 siedelten sie und ihre ältere Schwester Jenny mit ihrer Mutter auf deren Witwensitz Haus Rüschhaus bei Nienberge über.

Eine erste größere Reise führte sie 1825, ein Jahr vor dem Tod ihres Vaters, an den Rhein nach Köln, Bonn und Koblenz. In Bonn, wo ihr Vetter Clemens August von Droste-Hülshoff lebte, verband sie eine Freundschaft mit Sibylle Mertens-Schaaffhausen, zu deren Freundeskreis zählten außer Annette von Droste-Hülshoff Johanna und Adele Schopenhauer und Goethes Schwiegertochter Ottilie. In Bonn, das sie bis 1842 mehrfach besuchte, begegnete Annette von Droste-Hülshoff außerdem August Wilhelm Schlegel.

Zwar stand Annette von Droste-Hülshoff in brieflichem Kontakt mit intellektuellen Zeitgenossen wie den Brüdern Grimm, sie entzog sich aber niemals den Anforderungen ihrer Familie, etwa wenn sie immer wieder als Krankenpflegerin herangezogen wurde. Da sie ständig selbst kränkelte, standen für sie ein Bruch mit der Familie oder der Versuch nie zur Debatte, durch ihre Schriftstellerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wohl aber sah sie ihren Beruf als Dichterin. Auch ihre Mutter erkannte dies und unterstützte ihre Tochter, indem sie beispielsweise versuchte, den Kontakt mit Christoph Bernhard Schlüter herzustellen, was aber zunächst misslang, da dieser die zugesandten Manuskripte für nicht ausreichend erachtete.

Annette von Droste-Hülshoff nahm ihre literarische Arbeit sehr ernst und war sich bewusst, große Kunst zu schaffen. Ihre Balladen wurden berühmt (Der Knabe im Moor), wie auch ihre Novelle (Die Judenbuche). Ein wichtiges Dokument tiefer Religiosität ist ihr Gedichtzyklus „Das geistliche Jahr“, in dem aber - typisch für die Zeit - auch die Zerrissenheit des Menschen zwischen aufgeklärtem Bewusstsein und religiöser Suche gestaltet wird. Die Ausführungen in diesem Werk werden heute als biographisch erachtet, da sie über 20 Jahre an dem gesamten Zyklus arbeitete.

Bedeutend für ihr literarisches Wirken waren ihre Reisen an den Bodensee, wo sie zunächst zusammen mit der Mutter ihre Schwester Jenny besuchte, die den Freiherrn Joseph von Laßberg (vgl auch: „Sepp von Eppishausen“) geheiratet hatte, der sich seinerseits jedoch mit mittelalterlicher Literatur beschäftigte. Ab 1841 wohnte sie vorwiegend bei ihrem Schwager auf Schloss Meersburg am Bodensee, sah ihr zu Hause aber weiterhin im Rüschhaus in Münster-Nienberge, wo unter anderem ihre Amme, die sie bis zu deren Tode pflegte, und ihre Mutter lebten. Levin Schücking, mit dem sie bereits seit 1837 befreundet war (er war der Sohn einer Freundin, die verstorben war, als Schücking ca. 17 Jahre alt war), wurde durch ihre Vermittlung 1841 auf Schloss Meersburg Bibliothekar. Insbesondere unter der Inspiration ihres Dichterfreundes Levin Schücking entstand in Meersburg ein Großteil ihrer „weltlichen“ Gedichte. Sie erwarb schließlich am 17. November 1843 ein Haus, das Fürstenhäusle, am Stadtrand inmitten der Weinberge in Meersburg.

Am 24. Mai 1848 verstarb Annette von Droste-Hülshoff auf Schloss Meersburg am Bodensee, vermutlich an einer schweren Lungenentzündung. Ihr Grab befindet sich auf dem Meersburger Friedhof.

Eine Auswahl Ihrer Werke finden Sie in unserer Mediensammlung


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Annette von Droste-Hülshoffaus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.