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Brauchtum Bodensee: Funkenfeuer |
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Funkenfeuer am westlichen Bodensee - meist gegen 19.00 Uhr:Überlingen-Aufkirch, Überlingen-Bambergen, Überlingen-Deisendorf, Überlingen-Hödingen, Überlingen-Lippertsreute, Überlingen-Nußdorf, Daisendorf, Frickingen, (Altheim, Frickingen, Leustetten), Heiligenberg, Heiligenberg-Echbeck, Meersburg, Owingen, Taisersdorf, Salem, Altenbeuren, Beuren, Buggensegel, Grasbeuren, Mimmenhausen, Mittelstenweiler, Neufrach, Oberstenweiler, Rickenbach, Tüfingen, Weildorf, Uhldingen-Mühlhofen (Mühlhofen, Oberuhldingen), Hagnau Das Funkenfeuer:Das Funkenfeuer (kurz: Funken) ist ein alter Feuerbrauch, der heute noch im schwäbisch-alemannischen Raum (Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz, Allgäu, Oberschwaben sowie im Tiroler Oberland und Vinschgau), aber auch in Ostfrankreich und bis in die Gegend von Aachen verbreitet ist. Jedes Jahr am Funkensonntag (heute teilweise auch am Samstag davor) werden die so genannten Funken abgebrannt. Der Funken ist ein um eine Funkentanne kunstvoll aufgeschichteter Holzturm, auf dessen Spitze eine Hexenpuppe (Funkenhexe) hängt, die mit Schießpulver gefüllt ist. Mit der Abenddämmerung werden die Funken unter den Augen der Dorfbevölkerung angezündet, die auf die Explosion der Funkenhexe wartet. Nach der Explosion der Funkenhexe wird meist ein Feuerwerk abgebrannt. Die größten Funken können eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. "Die Funkenzunft Gaißau (Vorarlber) hat im Jahr 2000 einen 41m hohen Funken gebaut und dafür einen Eintrag bei Guinness Buch der Weltrekorde bekommen." Das verbrennen der Funkenhexe und die historische Hexenverbrennung sollen angeblich nichts miteinander zu tun haben.Inhaltsverzeichnis VorbereitungenBis der Funken angezündet werden kann, sind einige Vorbereitungen zu treffen. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Vorbereitungen meist durch die Dorfjugend durchgeführt. Im Laufe der Zeit wurden diese Aufgaben aber immer mehr durch gut organisierte Funkenzünfte übernommen. Traditionell wird am Faschingsdienstag die Funkentanne geschlagen. In derselben Woche wird in der Bevölkerung Brennmaterial gesammelt. Für den Funkenbau werden oftmals alte Christbäume, Paletten oder anderes Abfallholz verwendet. FunkenringwürfelnDiese immer noch sehr lebendige Tradition findet in Oberschwaben und im Allgäu traditionell am Funkensonntag (bzw. vielerorts zudem auch am Samstagabend) statt. Dann wird in vielen Wirtshäusern und Vereinshäusern ab dem Frühschoppen um so genannte Funkenringe, einem kreisförmigen Hefegebäck (Kranzbrot), gewürfelt. Der Funkenring gilt auch als ein Sonnen- und Fruchtbarkeitssymbol. FunkenwagenIm Oberschwäbischen Raum, speziell in der Gegend um Ravensburg gehört zum Funkenbauen auch das gemütliche beisammensein im Funkenwagen. Ein Funkenwagen ist oft ein alter, teils von den Funkenbauern umgebauter Bauwagen FunkensonntagAm Funkensonntag ziehen die Dorfbewohner bei Einbruch der Dämmerung mit Fackeln zum Funkenplatz. Die Fackeln sind dabei vor allem für die Kinder gedacht. In manchen Gemeinden veranstalten die Funkenzünfte Gießkurse für die Kinder, die dann ihre Fackeln selbst gießen können. In einigen Gemeinden wird am Nachmittag auch ein Kinderfunken abgebrannt. Der Zug wird oftmals von einer Dorfmusik, einem Gesangsverein und/oder Fackelschwingern begleitet. Wenn sich alle um den Funken versammelt haben und die Dunkelheit eingebrochen ist wird der Funken unter dem Beifall der Zuschauer entzündet. UrsprungDer Ursprung dieses Brauches ist unklar. Es gibt dazu zahlreiche Thesen, die die Herkunft des Funkenbrauches zu beschreiben versuchen. Vielfach wurden dabei eigene (zeitgenössische) Ideologien und Interessen hineininterpretiert. Landläufige Meinung über den UrsprungEine landläufig bekannte, jedoch wissenschaftlich nicht haltbare Meinung ist, dass das Funkenabbrennen ein althergebrachtes Brauchtum zur Vertreibung des Winters sei. Diese Deutung ist auch bei dem Landeshistoriker und Priester Josef Thaler zu finden, der in einem Gedicht mit dem Titel „Lertha“ aus dem Jahre 1798 die Funkenfeuer im christlichen Sinne interpretierte. Er sah den Brauch als Rest aus dem Heidentum, der von den gegenwärtigen „Enkeln“ jedoch zum Lob Gottes und zu sittlicher Hebung durchgeführt wird. Dem Gedicht hat Thaler eine historische Deutung beigefügt: Wissenschaftliche Meinung über den UrsprungDie heidnische Interpretation wurde im 19. und noch im 20. Jahrhundert auch von der Wissenschaft stark verbreitet, lässt aber Überlieferung und Termin des Brauchs völlig außer Acht. Das Abbrennen des Funkens steht vielmehr in engem Zusammenhang mit dem Ende der Schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Genauer gesagt ist der Termin ein Überbleibsel des früheren Beginns der Fastenzeit (daher in manchen Gegenden auch Alte Fasnacht genannt). Schon auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 wurde aber der Termin auf den Aschermittwoch verlegt. Der Brauch muss also älter sein. Die neuere volkskundliche Forschung führt ihn auf noch heute in Oberitalien gebräuchliche Feuer zum römischen Jahresanfang am 1. März zurück, die dann im frühen Mittelalter in den christlichen Kalender integriert worden seien. Die Funkenfeuer im Laufe der ZeitDr den am Funkensonntag stattfindenden Feuerbrauch stammt aus einem lateinischen Brandbericht des Benediktinerklosters Lorsch aus dem Jahr 1090. Laut Bericht wurde der Brand des Klosters durch eine brennende Holzscheibe entfacht, die die Burschen am Abend des 21. März 1090 geworfen hatten. Weitere Belege aus dem 15. Jahrhundert (Basel), sowie des 16. und 17. Jahrhunderts (Luzern, Bregenz, Innsbruck), belegen die einstige Verbreitung des Brauchs. KritikAuch wenn die Durchführung des Funkens von einer breiten Öffentlichkeit getragen wird, bleibt sie nicht kritikfrei. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Funkens wurde wiederholt die Frage nach dem Sinn laut. Die eigentliche Tradition würde für eine reine Geschäftemacherei geopfert und die Forderung zu einer Rückkehr zu den alten Traditionen mit weniger Pomp wurde gefordert. Bauernregeln"Sieht man am Funkensonntag viele Sterne, dann gibt es in diesem Jahr viele Kirschen" Artikel Funkenfeuer. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Februar 2008, 17:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Funkenfeuer&oldid=42257145 (Abgerufen: 9. Februar 2008, 08:50 UTC) |





Jedes Jahr werden am Sonntag nach Aschermittwoch in vielen Gemeinden rund um den Bodensee bei Anbruch der Abenddämmerung die "Funkenfeuer" entzündet.