Frido Mann – engagierter Schirmherr des WELTKLOSTERS Radolfzell

Einsatz für „diese wertvolle Insel gelebter Empathie und Friedensförderung“

Frido Mann 2 2016 2GHEs geht ihm um weit mehr als eine distanzierte Schirmherrschaft und materielle Unterstützung des WELTKLOSTERS in Radolfzell – dies zeigte sich rasch beim Pressegespräch mit Frido Mann am Tag nach seiner gut besuchten Lesung in der Buchhandlung am Obertor. Interesse und Engagement des Lieblings-Enkels von Thomas Mann haben viel mit seiner Biographie zu tun und mit den Zielen, die der Trägerverein des WELTKLOSTERS Radolfzell umsetzt. „Hier besteht der wirksam gelebte Dialog von Geistlichen, Ordinierten, Mönchen und Nonnen verschiedener Religionen sowie das Zusammentreffen mit Persönlichkeiten aus Kultur, Kunst und Wissenschaft mit interdisziplinärem Forschungsinteresse. Dazu kommt, dass die Bevölkerung an der Essenz dieser Dialoge teilhaben kann, daraus viel zum Verständnis und Verbindenden religiöser Traditionen erfährt und so in der eigenen Spiritualität oder Sinnsuche gestärkt wird.“ Eine Einzigartigkeit, die es so nirgends gibt und die ihm gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig erscheint.

Aufmerksam wurde er auf das WELTKLOSTER am Bodensee durch Alexandra Mann M.A., seit 2010 Vorsitzende des Trägervereins der Einrichtung, die ihm das Konzept erläuterte und ihn zu einem Dialog mit einem Vertreter des Buddhismus nach Radolfzell einlud. Inzwischen ist er häufig hier, um selbst an Veranstaltungen teilzunehmen und den Vorstand durch Kontakte, Ideen und Anregungen zu unterstützen, darunter auch Barbara Kotzerke in ihrer Arbeit für das Fundraising. Dabei war der Weg hierher auch ein Weg eigener Suche:

Aufgewachsen in einer humanitär-politisch ausgerichteten Familie führte ihn das 2. Vatikanische Konzil mit der Öffnung für mehr Toleranz zum Theologiestudium. Doch das fehlende Prinzip gelebter Empathie ließ ihn „innerlich emigrieren“. Nach Studium und Arbeit in der Psychotherapie erlebte er jedoch, gerade bei Grenzerfahrungen wie etwa bei krebskranken Kindern, wie wichtig Seelsorge für die Betroffenen ist. In seiner Suche setzte er sich um 2000 mit dem Weltethos-Konzept von Hans Küng auseinander und war zeitweise auch im Schweizer WELT-Ethos-Kuratorium tätig. Doch letztlich war ihm dies „zu intellektuell und sehr kopflastig“. Ihm fehlte die Betonung der Notwendigkeit einer gelebten Praxis vor der Festschreibung ethischer Werte und das Vermitteln dieser in die breite Öffentlichkeit, um Grundlagen gegen fundamentalistische Entwicklungen zu bieten.

„Klöster haben immer schon die Kulturen gerettet“ – in der Idee des Radolfzeller WELTKLOSTERS und den hervorragenden internationalen Kontakten sieht er vielfältige Möglichkeiten, um zur Friedensförderung und zum Verständnis untereinander beizutragen. Nicht zuletzt deshalb, weil es nicht an eine Religion gebunden ist, zugleich aber in regem Austausch mit Klöstern wie Hegne, Münsterschwarzach, aber auch dem Europakloster in St. Gilgen/Österreich, dem Krishna Tempel in Zürich oder dem Karmelitinnenkloster an der KZ-Gedenkstätte Dachau steht. Die unvoreingenommenen Kontakte zu Vertretern aller Glaubensrichtungen hält er für sehr wertvoll. Alexandra Mann informierte dazu über erfolgreiche große Veranstaltungen im vergangenen Jahr, geplante Aktivitäten in 2016 und die Vorbereitungen für neue Projekte im Bodenseeraum. Dafür sei man sehr froh, durch die Unterstützung der Stadt hier ein rege besuchtes Domizil zu haben, das unter anderem gerade eine Abiturklasse aus Sigmaringen zu Gast hatte. Schon jetzt reicht die Strahlkraft des WELTKLOSTERS weit über die Region hinaus. „Ich werde als Schirmherr mein Möglichstes tun, um dies weiter zu fördern und zu intensivieren“, betonte Frido Mann.